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| KICKBOX-REPORT | ||||||||||||
Deutschlandpokal 2001 in Wolfsburg Die Katastrophe aus New York und Washington zieht weltweit ihre Kreise, die Stimmung in der Bevölkerung unseres Planeten ist angespannt und sensibilisiert. Trotzdem, oder gerade wegen der Vorkommnisse, lud am 15. September 2001 die WAKO-Deutschland e.V. zum Deutschland Pokal ein, um einen gewaltfreien Sport zu präsentieren. Der Deutschland Pokal wird als drittes Bundesturnier zur Erinnerung an Georg F. Brückner, den Gründer des europäischen Kickboxens, veranstaltet. Gekämpft wurde in den Disziplinen Semi-, Leicht- und Vollkontakt sowie in den Formen. Auf einer gut organisierten Veranstaltung, die von namhaften Sponsoren unterstützt wurde, erhielten die Sportler die Gelegenheit, den Kickboxsport auf höchstem Niveau zu präsentieren. Das Turnier startete mit den Jugend- und Juniorenwettkämpfen, bei denen sich sowohl im Semi-, wie auch im Leichtkontakt der ein oder andere Sportler für die Zukunft vorstellte. Insbesondere in den Finalkämpfen wurde den meisten Fachleuten klar, wie intensiv die Trainer in den Vereinen an den technischen Feinheiten gearbeitet haben. Die "Kleinen" erfreuten sich an gelungen Tritt- und Fußkombinationen, die einigen erwachsenen Sportlern zum Nachahmen empfohlen werden könnten. Bei den Erwachsenen konnte der Zuschauer im Semikontakt schnell erkennen, welche hervorragenden Leistungen von den Sportlern und Trainern in den letzten Wochen erbracht wurden. In zahlreichen Lehrgängen wurde in den letzten Wochen und Monaten an technisch-taktischen Verhaltensweisen und an den konditionellen Fähigkeiten der Sportler gefeilt. Besonders sehenswert war das Finale in der Klasse bis 63kg. Der 17jährige Tobias Weiss aus Hessen, der schon in seinen Vorkämpfen durch schnelle und überraschende Aktionen brillierte, konnte sich gegen einen ebenfalls sehr stark auftretenden Markus Ritz im Finale durchsetzen. Auch Konstantinos Galaios zeigte in der Klasse bis 84kg, dass man von ihm in Zukunft noch eine ganze Menge hören wird. Den absolut spektakulärsten Höhepunkt der Semikontaktfinale lieferten sich allerdings Karl-Heinz Kohlbrenner aus Hessen und Michael Steier aus Hamburg. In der Klasse der Schwergewichte demonstrierten beide blitzschnelles Semikontaktkickboxen mit allen Raffinessen und Feinheiten. Michael Steier konnte das Finale letztendlich in der dritten Runde durch ein hohes Maß an cleverness und Konsequenz für sich entscheiden. Im Leichtkontakt verspürten die beteiligten Sportler und die zahlreichen Zuschauer eine leicht angespannte Atmosphäre. Da noch nicht alle heiß begehrten Tickets für die anstehenden Weltmeisterschaften in Slowenien vergeben wurden, entwickelte sich der Deutschland Pokal 2001 zum Turnier der Ausscheidungskämpfe. In der Klasse bis 69kg mussten mit Rüdiger Hermann, Christian Bauer und Dietrich Streckert drei gleichwertige Kickboxer um die Gunst des Bundestrainers kämpfen. "Alle drei Sportler gehören zum Nationalteam und hätten die Teilnahme bei der WM verdient", äußerte sich Bundestrainer Peter Zaar, dem die Entscheidung sichtlich schwer fiel. Letztendlich musste er sich für Dietrich Streckert entscheiden, der sich im Finale gegen den Bayern Christian Bauer durchsetzte. Aber auch in den anderen Klassen wurde spektakuläres Kickboxen demonstriert. In der Klasse bis 79kg zeigte einmal mehr Frank Brehm, dass es an seiner WM-Teilnahme keine Zweifel geben kann. Auch Marc Frantzen präsentierte sich in der Klasse bis 94kg in der Form seines Lebens und entschied alle Kämpfe deutlich für sich. Vereinskollege und Weltmeister Martin Albers tat sich in seinen Vorrunden bis 84kg etwas schwer, konnte aber dennoch den Turniersieg für sich verbuchen. In den Formen bewies Sandra Hess mit einer neu konzipierten Musikform wieder einmal, dass man mit ihr auf den Weltmeisterschaften rechnen kann. Weiterhin unterhielt der absolute WAKO-Superstar Christian Brell das Publikum mit seinen perfekten Musik- und Waffenformen, bei denen die höchsten denkbaren Wertungen von den Schiedsrichtern vergeben wurden. In der Disziplin des Vollkontakts, spielten sich am Sonntag Nachmittag ebenfalls spannende und hoch dramatische Wettkampfszenen ab. Die Athleten zeigten temporeiche und technisch nahezu perfekte Kämpfe im Boxring. Besonders hervorzuheben war das Finale von Vizeeuropameister Sven Kirsten und Eduart Streckert. Der nur 17jährige Eduart Streckert aus Lüdenscheid setzte den Eberner Sven Kirsten von Anfang an mächtig unter Druck und zeigte, dass in Zukunft wohl noch einiges von ihm zu sehen sein wird. Doch der erfahrene Sven Kirsten zeigte einmal mehr, warum er seit Jahren seine Klasse beherrscht. Knapp, aber durchaus verdient, konnte er das Finale in der Klasse bis 67kg für sich entscheiden. Weiterhin konnten sich unter anderem die Niedersachsen Alex Melcher (+94kg) und Howik Ontinian (bis 60kg) durchsetzen, der Markus Ritz im Finale knapp besiegte. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass der Deutschland Pokal 2001 ein sehr gelungenes Turnier für Zuschauer, Veranstalter und vor allem für die Sportler war. Neben den sportlichen Vergleichen mit den unterschiedlichsten Niveaus, sind von vielen Fachleuten besonders auch einmal die guten Schiedsrichterleistungen an den Turniertagen hervorgehoben worden. |
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