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KICKBOX-REPORT

Fotos des Tages • Report • Ergebnisse
Internationale Deutsche Meisterschaft 2001 in Ebern (Text: Ivano Fargnoli)

Es waren ca. 450 Sportler aus Italien, Deutschland, Norwegen, Ungarn, Kroatien, Mazedonien,
Russland, Belgien, Holland und der Schweiz angereist, die für eine unvergessliche
Wettkampfstimmung sorgten.

Das gut organisierte Turnier begann um 9.30 Uhr. Gekämpft wurde auf vier Mattenflächen und
einem Ring. Es endete um ca. 21.30 Uhr mit der Siegerehrung, die vom Bundestrainer Peter
Zaar durchgeführt wurde. Es war ein Tag voller Spannung - vor allem in den Gewichtsklassen,
bei denen es mehrere deutsche Nationalmitglieder gab. Um so schwerer wird es in der Zukunft
für den Bundestrainer, Peter Zaar, eine Auswahl für die WM zu treffen. Auch wird es nicht
einfacher werden. Jeder hatte das Ziel verfolgt, seinen Platz in der Mannschaft zu stärken. Und
gerade in den Klassen -69kg und -79kg wurde zwar wie verbissen, jedoch immer fair gekämpft.

In der Gewichtsklasse -69kg gab es gleich mehrere Begegnungen, die es in sich hatten.
Dort trafen Rüdiger Hermann und Dietrich Streckert aufeinander. In einem fairen und schnellen
Kampf empfahl sich Streckert für die nächste Runde. Hermann musste sich an diesem Tag mit
dem 3. Platz begnügen. Auch Turan Yavuz, der beim Länderkampf in Österreich noch
Schwächen zeigte, lief zur Höchstform auf und setzte sich in seinem ersten Kampf energisch
gegen seinen Kontrahenten aus Bayern durch. Im zweiten Kampf traf er auf Christian Bauer
- ein Kampf von atemberaubender Spannung! Beide schenkten sich nichts. Trotz schwerer
Schulterverletzung hat sich Yavuz keine Schwächen anmerken lassen.
Das "glücklichere", aber auch gerechte Ergebnis ging zugunsten von Christian Bayer aus.
Im Finale setzte er sich dann erfolgreich gegen Dietrich Strekert durch.

In der Gewichtsklasse -79kg gab es ein Comeback von Dirk Lewandowski aus Hamburg, der
mit seiner Anwesenheit diese Gewichtsklasse nicht nur interessanter machte, sondern auch gleichzeitig neben Frank Brehme und Ivano Fargnoli als ein starker Kämpfer die Nationalmannschaft anwerben wollte.
In seinem ersten Kampf setzte er sich klar und erfolgreich durch, konnte aber dann aufgrund
einer Augenverletzung nicht gegen Frank Brehme antreten, der nach einem gewonnenen
Vorkampf so ins Finale einzog. Sein Finalgegner, Ivano Fargnoli, setzte sich in beiden
Vorkämpfen mit Erfolg einstimmig durch. Dabei hatte sein Trainer, André Müller, alle Hände
voll zu tun. Fargnoli zog sich bereits beim Länderkampf gegen Österreich eine Nieren- und
Beckenprellung zu. Während seiner Vorkämpfe wurde er gleich zweimal hart an der verletzten
Stelle getroffen. Nur die aufmunternden Worte seines Trainers brachten ihn dazu, nicht
aufzugeben und weiter zu kämpfen. Bis zum Finalkampf bemühte sich Müller, Fargnoli wieder
fit zu bekommen. Dabei wurde aus Sicherheitsgründen auf einen Start im Semikontakt
verzichtet. Ein starker und sicher auftretender Frank Brehme verhinderte aber letztendlich
eine erfolgreiche Titelverteidigung. Nach seinem dritten Platz bei der EM in Italien knüpfte
Brehme an seinen Erfolg im Vorjahr an. Bundestrainer Peter Zaar äußerte sich sehr positiv
über das faire Miteinander beider Sportler, die sich auch nach dem fünften Aufeinandertreffen
in sportlicher und freundschaftlicher Harmonie von der Wettkampffläche verabschiedeten.

Judith Eles und Marc Frantzen - seit Jahren nicht nur privat, sondern auch durch den
gemeinsamen Sport verbunden, genießen beide als erfolgreiche Mitglieder des Nationalteams
eine feste Position. Auch in diesem Jahr standen sie internationalen Kämpfern gegenüber.
So konnte sich Frantzen in der Gewichtsklasse -94 kg erfolgreich gegen den Norwegen Stian
Hustoft durchsetzen. Eles dagegen war der Ansicht, es dieses Mal etwas anders machen zu
wollen als ihr Lebensgefährte und belegte in der Gewichtsklasse -50 kg den 2. Platz. Im Laufe
des Tages stellte man sich immer wieder die Frage, was passieren würde, wenn zwei so
erfolgreiche Kämpfer wie Dietrich und Eduard Streckert ihre kleine Schwester Lydia (15 Jahre
alt) zu einer internationalen Veranstaltung mitnehmen. Beide machten es der Schwester vor
und gewannen ihr Finale im Vollkontakt. Als Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft
vorgesehen, schlug Lydia in der Gewichtsklasse -47 kg ihre Vorrundengegnerinnen und
schaffte somit den Sprung ins Finale. Auch hier konnte ihr die Kroatin Maja Currov nicht das
Wasser reichen. Sichtlich stolz stellten sich alle drei später dem Fotografen.

Einfach nur "nett" war das Auftreten von Leyla Dömnez, die in der Gewichtsklasse
Leichtkontakt -60 kg den Sieg für sich buchen konnte. Im Vollkontakt musste sie sich aber gegen die Berlinerin Nadyn Lemke geschlagen geben. Auf die Frage ob sie jetzt traurig sei, antwortete sie mit einem bezaubernden Lächeln: "Warum, es hat doch Spaß gemacht!
Nadyn war die Bessere, ich habe einen tollen Tag gehabt, warum sollte ich also traurig sein?" Und immer noch lächelnd ging sie anschließend zur Siegerehrung. Eines der Highlights an diesem Tag war das Auftreten von Daniel Dudda. Obwohl er im Leichtkontakt einwenig Pech hatte, belegte er dennoch den dritten Platz. Seine Stunde schlug im Vollkontakt. Nach einem guten Vorkampf lieferte er im Finale eine wahre Schlacht mit René Kretschmar. Obwohl der
angehende Ehemann und Vater in der letzten Zeit das Training vernachlässigen musste,
gewann Dudda als angehender Ehemann und Vater das Finale und empfahl sich nicht nur für
das Leichtkontaktteam. Ferdinand Mack lud ihn zum nächsten Vollkontakt-Kaderlehrgang
ein. Und so hat er wieder einmal die Qual der Wahl! Auf alle Fälle machte sich die Arbeit
seiner beiden Trainer, Norbert Burkowski und André Müller, bezahlt.

Martin Albers setzte auch in Ebern seine Erfolgsserie in der Gewichtsklasse -84kg fort. Mit einem klaren Finalsieg demonstrierte er wieder einmal, das seine Position in der Nationalmannschaft unangefochten ist. Einwenig Pech hatte Dirk Kindl in der Gewichtsklasse -89 kg. Nach hartem Training und trotz einer Handverletzung reiste er zum Wettkampf an. Leider trat sein einziger Gegner aus unbekannten Gründen im Finale nicht an, so daß Kindl kampflos den Titel zugesprochen bekam.




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